Abofallen - Die Abzocke geht weiter

Eine Abofalle kennzeichnet sich dadurch, dass der Kunde aus seiner Sicht eine kostenlose Registrierung bzw. Anmeldung gegenüber dem Anbieter bestimmter Waren- und Dienstleistungen vornimmt, nach dem Willen des Anbieters eine solche Zahlungspflicht jedoch besteht.

Aktuell werden vermehrt zwei Methoden zu Lasten Betroffener angewandt:

Gewerbetreibende und Freiberufler sehen sich der sog. „Kölner Masche“ ausgesetzt. Das Vorgehen ist dabei grundlegend gleich. Per Anruf wird je nach Situation die Möglichkeit zur Verlängerung oder Kündigung eines bereits bestehenden, meist kostenlosen Werbeauftritts im Internet angesprochen. Ziel des Anrufers ist es, dem Gegenüber in dem Glauben zu lassen, er spreche mit dem tatsächlichen Anbieter der kostenlosen Werbeanzeige. Sodann wird dem Angerufenen aufgegeben, unverzüglich dass simultan übermittelte Fax zu unterschreiben, um die Verlängerung oder die Kündigung schriftlich zu bestätigen. Tatsächlich stellt dieses Fax aber ein neues Vertragsangebot dar, welches der Angerufene mit Unterschrift annimmt. Im „Kleingedruckten“ findet sich dann der Hinweis auf eine mehrjährige Vertragsbindung zu einem vierstelligen Jahresbeitrag.

Verbraucher werden aktuell durch die sog. „B2B-Masche“ zum Vertragsschluss verleitet. Über Werbeanzeigen in sozialen Netzwerken werden Verbraucher auf Großhandelsonlineportale gelenkt, auf denen sie durch die Anmeldung in den Genuss von besonders hohen Rabatten für Konsumgüter kommen sollen. Tatsächlich ist auch diese Anmeldung kostenpflichtig und zusätzlich mit einem mehrjährigen Abonnement verbunden. Die Masche der Anbieter besteht darin, dass sich ausweislich der allgemeinen Geschäftsbedingungen nur Unternehmer auf diesem Portal anmelden können, um in den Genuss der Rabatte zu kommen. Dies wiederum führt dazu, dass der Anbieter bestimmte Informationspflichten außer Acht lassen kann, die er gegenüber dem Verbraucher gewährleisten muss. Insbesondere soll dem sich anmeldenden Verbraucher kein Widerrufsrecht zustehen.

Die Nachteile in beiden Fallkonstellationen liegen in der vollkommen überhöhten Zahlungsforderung und der langzeitlichen Vertragsbindung begründet. Hinzu kommt, dass der Betroffene in der Regel überhaupt keinen Nutzen aus dem Vertragsschluss ziehen kann, da die Leistungen der Anbieter nur minderwertig sind.

Sofern man als Unternehmer oder Verbraucher in eine solche Falle getappt ist, wird der Anbieter mit aller Macht versuchen, seine Forderungen einzutreiben. Nach dem Versenden eigener Mahnschreiben, erfolgt in der Regel die Beauftragung eines Inkassounternehmens. Hierbei werden neben der Forderung auch noch Mahngebühren in Rechnung gestellt. Konnte man sich als Betroffener in der Vergangenheit noch auf die Reaktion des Ignorierens verlassen, um so die Sache „auszusitzen“, reicht dies heutzutage nicht mehr aus. Grund hierfür sind die verwendeten Vertragsinhalte, die sich in einer rechtliche „Grauzone“ befinden. Die Anbieter schrecken daher mittlerweile nicht mehr vor gerichtlichen Mahnbescheiden oder gar Zahlungsklagen zurück.

Die Erfahrungen zeigen, dass bei einer rechtzeitigen anwaltlichen Beauftragung ein gerichtliches Verfahren vermieden werden kann und der Betroffene keine Zahlung leisten muss. Sofern Sie betroffen sind, nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Wir helfen Ihnen gerne.

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