Daily Archives: 12. May 2015

Wer zahlt bei Verletzungen eines Fahrzeugführers?

Statistischen Erhebungen zur Folge wurden allein im Jahr 2013 ca. 190.000 Autofahrer bei Verkehrsunfällen verletzt. Für etwa die Hälfte bestand keine Möglichkeit, für die erlittenen Verletzungen einen finanziellen Ausgleich zu erhalten, weil sie den Unfall allein oder teilweise selbst mit verursacht haben.

Als Bsp. sei der klassische, selbst verschuldete Auffahrunfall genannt. Eine normale Haftpflichtversicherung ersetzt allein den Sachschaden am anderen Fahrzeug. Eine Kaskoversicherung übernimmt zwar die Schäden am eigenen Fahrzeug, tritt aber nicht für die erlittenen Verletzungen ein. Gerade bei schwereren Verletzungen (Quetschungen, Brüche, Gehirnerschütterungen) ein unangenehmer Zustand.

Abhilfe bietet hier eine Fahrerschutzversicherung (nachfolgend: FSV). Diese Versicherungsleistung wird seit Jahren durch nahezu alle großen Versicherer angeboten. Sie schützt den berechtigten Fahrer des versicherten Fahrzeuges und soll sog. Restpersonenschäden wie bspw. Schmerzensgeld oder Verdienstausfall ausgleichen.

Das Problem ist allerdings, dass auf die FSV weder durch die gebundenen Versicherungsvertreter, noch durch die unabhängigen Versicherungsmakler, im ausreichenden Umfang hingewiesen wird.

Erleidet der Fahrzeugführer also Verletzungen infolge eines Unfalls und wurde er beim Abschluss seiner Haftpflichtversicherung nicht über die Möglichkeit einer FSV aufgeklärt, ergeben sich für den Fahrzeugführer entsprechende Schadensersatzansprüche. Das Versicherungsunternehmen haftet dabei für die unterbliebene oder unzureichende Aufklärung ihres Vertreters. Der Versicherungsmakler haftet eigenständig für seine mangelhafte Aufklärung.

Als Beweismittel für eine unzureichende Beratung dient in der Regel das Beratungsprotokoll, welches sowohl vom Versicherungsvertreter als auch dem Makler gefertigt werden muss. Bei Lückenhaftigkeit des Besprechungsprotokolls bzw. der Nichtnachvollziehbarkeit einzelner Angaben obliegt es dem Vertreter bzw. Makler eine pflichtgemäße Beratung nachzuweisen.

Für den betroffenen Fahrzeugführer bedeutet dies, dass er schadensersatzrechtlich so gestellt werden muss, als ob er eine FSV abgeschlossen hätte („Quasideckung“).

Zur Geldendmachung von Schadensersatzansprüchen bedarf es einer genauen Prüfung des Versicherungsvertrags inkl. des Beratungsprotokolls sowie der Umstände des Unfalls und der daraus resultierenden Verletzungen.

Nutzen Sie die Möglichkeit zur rechtlichen Überprüfung evtl. bestehender Ansprüche. Wir helfen Ihnen gerne.